Tschida war seiner Zeit voraus: Der Vordenker, dem der Rest der Welt erst folgen musste
Christian ist gelernter Grafiker und wollte eigentlich Künstler werden. Dann löste er seine Pensionsvorsorge auf, um sich eine Weinpresse zu kaufen. Als der Weinbau des Burgenlands noch tief im Konservatismus steckte und wuchtige Barriqueweine das Maß aller Dinge waren, arbeitete Christian Tschida bereits in die entgegengesetzte Richtung: feingliedrig, klar, frei von Zusätzen, mit Alkoholwerten, die damals niemand für ernsthaft hielt.
Die Weinkontrolle lehnte seine leicht trüben Weine anfangs kategorisch ab. Er machte trotzig weiter. Anderswo wurde er gehört und verstanden. Heute servieren die renommiertesten Restaurants und Bars von Berlin bis New York, von London bis Tokio seine Weine. Was damals als Eigensinn galt, ist heute eine zeitgenössische Stilistik. Und sein Name ist längst kein Geheimtipp mehr, sondern eine Koordinate für Weinliebhaber:innen weltweit.
